Premiere für Radcross-Rennen im Park der Generationen

veröffentlicht am 2. August 2017 12:38 Uhr

Ein Aspekt war für die Verantwortlichen vom Vogtland-Bike-Verein bei der Planung ihres nächsten Wettkampfes besonders wichtig. „Es soll keine Großveranstaltung sein“, sagt der Vorsitzende Derrick Schönfelder. Statt wie in der Vergangenheit nationale Titelkämpfe oder Mountainbike-Rennen über mehrere Tage für hunderte Teilnehmer auf die Beine zu stellen, geht der Verein in diesem Jahr bewusst einen Schritt zurück. Am 6. und 7. Oktober gibt es im Reichenbacher Park der Generationen einen Cyclocross-Wettkampf.

„Das ist für uns als Verein zum einen mit deutlich weniger Aufwand verbunden als die Enduro-Rennen der letzten Jahre. Das war uns wichtig, um den Mitgliedern und Helfern eine kleine Pause zu gönnen. Zum anderen ist es für die Zuschauer sehr attraktiv“, so Schönfelder. Auch wenn an der Streckenführung noch gefeilt wird, so steht zumindest fest, dass es einen interessanten Rundkurs durch den Park geben wird. Der soll den Teilnehmern einiges abverlangen, denn die Cyclocross oder auch Querfeldein genannte Disziplin zählt zu den anspruchsvollsten im Radsport. Unterschiedlicher Streckenbelag und verschiedene Hindernisse fordern den Fahrern alles ab, teilweise muss das Rad sogar getragen werden. „Natürlich soll unser Rennen auch für eingefleischte Cross-Fahrer etwas Besonderes sein. Einfache Rundenrennen gibt es schon. Wir möchten ein besonderes Format anbieten. Wie das genau aussehen wird, prüfen wir gerade“, erzählt der Vereinschef.

Bereits vor einigen Jahren hatte der Verein überlegt, einen Wettkampf in Reichenbach zu organisieren. Jetzt trafen die Verantwortlichen um Derrick Schönfelder auf viel Interesse seitens der Stadt: „Wir waren auch mit einigen anderen Kommunen und Gemeinden im Gespräch, in Reichenbach passte einfach das Gesamtpaket am besten.“ Zu dem gehören auch zwei Wettbewerbe, die beim Vogtland-Bike-Verein bereits Tradition haben und die ebenso mit einem Mountainbike gefahren werden können. Am 7. Oktober wird neben dem Cross-Rennen erneut ein Kinderrennen im Focus stehen. „Gerade im sächsischen Nachwuchs-Mountainbikesport gibt es große Defizite. Dazu haben wir uns auch vereinsintern auf eine stärkere Förderung unseres Nachwuchses festgelegt. Da ist es nur selbstverständlich, dass wir dies auch zusätzlich in den Vordergrund stellen“, sagt Schönfelder.

„Einfache Rundenrennen gibt es schon. Wir möchten ein besonderes Format anbieten.“

Ebenso findet am Vorabend wieder das Firmenrennen statt. Bis zu drei Fahrer eines Unternehmens bilden dabei ein Team und müssen über 60 Minuten abwechselnd einen Rundkurs absolvieren. Nicht nur dabei hofft Schönfelder auf viele Teilnehmer. Den Termin Anfang Oktober habe der Verein bewusst gewählt, da dann die Cyclocross-Saison gerade erst startet und deutschlandweit kein Rennen parallel stattfindet: „Das gibt uns die Möglichkeit, alle potenziellen Crossfahrer der Region anzusprechen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit auf angenehmes Wetter im Vogtland zu der Zeit sicher noch am größten.“

Artikel: Von Anika Heber (Freie Presse)

Geschichte

Das Querfeldeinfahren entstand um 1899/ 1900 in Frankreich. Bis heute ist daher der französische Name „Cyclocross“ international gebräuchlich. In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts folgte der Siegeszug der Disziplin in die Radsporthochburgen nach Holland, Belgien und Luxemburg, die seitdem das internationale Zentrum der Szene sind. Im Spätherbst und Winter finden dort wöchentlich Rennen statt, bei den wichtigsten säumen zehntausende Fans die Strecken. Es herrscht Volksfeststimmung.